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HQE ist eine aus Frankreich stammende Familie von Zertifizierungsrahmen für Gebäude, Quartiere und Infrastruktur. Je nach Zertifizierungsprodukt kann sie Neubau, Sanierung und Gebäude im Betrieb umfassen.

Der aktuelle HQE-Referenzrahmen ist um vier untrennbare Verpflichtungen aufgebaut: Lebensqualität, Respekt vor der Umwelt, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und verantwortungsvolles Management.

Was ist HQE?

HQE steht für Haute Qualité Environnementale. Der HQE-Ansatz bietet einen multikriteriellen Rahmen, um Umweltleistung, Lebensqualität, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Projektsteuerung in der gebauten Umwelt zu berücksichtigen.

Die Alliance HQE-GBC entwickelt den gemeinsamen Referenzrahmen. Darauf basierende Zertifizierungssysteme werden von unabhängigen Zertifizierungsstellen für definierte Objekttypen und Projektphasen angeboten.

Deshalb müssen das genaue HQE-Zertifizierungsprodukt, das Land, der Objekttyp und die Systemversion feststehen, bevor Projektanforderungen formuliert werden. Eine „HQE-Zertifizierung“ ist keine allgemeingültige Checkliste mit identischer Bewertung für jedes Gebäude.

Was soll die HQE-Zertifizierung leisten?

Die HQE-Zertifizierung bietet ein strukturiertes und unabhängig geprüftes Verfahren zur Bewertung, wie ein Projekt die Anforderungen des ausgewählten Systems erfüllt.

Je nach Rahmen kann die Bewertung Energie, Kohlenstoff, Wasser, Abfall, Biodiversität, Innenraumbedingungen, Nutzerbedürfnisse, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Managementprozesse umfassen. Sie kann während Bau, Sanierung oder Betrieb angewendet werden.

Die Zertifizierung dokumentiert das Leistungsniveau, das nach dem ausgewählten System nachgewiesen wurde. Sie garantiert nicht automatisch niedrigere Betriebskosten, einen höheren Marktwert oder eine bestimmte gesundheitliche Wirkung.

Die vier Verpflichtungen von HQE

Der aktuelle Referenzrahmen der Alliance HQE-GBC gliedert sich in:

  1. Lebensqualität — Bedingungen, die Bewohner und Nutzer unterstützen, einschließlich Komfort und Raumqualität.
  2. Respekt vor der Umwelt — Themen wie Energie, Kohlenstoff, Wasser, Abfall, Biodiversität und Lebenszykluswirkungen.
  3. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit — Betrachtung von Wert, Kosten, Anpassungsfähigkeit und Leistung über den Lebenszyklus des Objekts.
  4. Verantwortungsvolles Management — Steuerung, Koordination der Beteiligten, Ziele, Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung.

Der historische HQE-Ansatz verwendete 14 Zielbereiche, die weiterhin zur Entwicklungsgeschichte des Systems gehören. Nach Angaben der Alliance wurden diese Zielbereiche durch die vier aktuellen Verpflichtungen in einen breiteren Rahmen überführt. Ein aktuelles Projekt sollte das geltende Zertifizierungshandbuch und keine historische 14-Punkte-Liste verwenden.

Wie läuft die Zertifizierung ab?

Der Ablauf hängt von der Zertifizierungsstelle und dem ausgewählten HQE-Produkt ab. Üblicherweise werden zunächst Objekt, Projektphase und Zielsystem festgelegt. Danach folgen eine erste Lückenanalyse und ein Plan zur Erfüllung und Dokumentation der geltenden Anforderungen.

Die Nachweise entstehen während Planung, Bau, Sanierung oder Betrieb und werden in unabhängigen Prüfungen durch Dritte bewertet. Die Zertifizierungsstelle entscheidet nach den Regeln des ausgewählten Systems über das Ergebnis.

Projektteams sollten aktuelles Handbuch, Leistungsstufen, Prüfphasen und Nachweisanforderungen bei der zuständigen Zertifizierungsstelle bestätigen. Frühere Bezeichnungen wie `Base`, `Performant` und `Exceptionnel` oder vereinfachte Angaben zur Zahl „erfüllter Ziele“ dürfen nicht verwendet werden, ohne zu prüfen, ob sie zum konkreten System und zur eingesetzten Version gehören.

Was kann HQE bieten?

Für Bauherren und Betreiber kann HQE:

  • einen gemeinsamen multikriteriellen Rahmen für das Projektteam bereitstellen,
  • Ziele, Verantwortlichkeiten und Nachweise ordnen,
  • die unabhängige Prüfung ausgewählter Leistungskriterien unterstützen,
  • das zertifizierte Ergebnis gegenüber Mietern, Investoren und anderen Beteiligten kommunizierbar machen.

Der praktische Nutzen hängt von den umgesetzten Maßnahmen und vom tatsächlichen Betrieb des Objekts ab. Eine Zertifizierung ist besonders dann hilfreich, wenn ihre Anforderungen in Projektentscheidungen einfließen und durch verlässliche Messungen sowie Dokumente gestützt werden.

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