Bei Projekten, die aus öffentlichen oder europäischen Mitteln finanziert werden oder zusätzlichen Umweltanforderungen unterliegen, gewinnt der DNSH-Grundsatz — Do No Significant Harm, also „keine erhebliche Beeinträchtigung“ — zunehmend an Bedeutung.
Für einen Investor bedeutet dies, nachzuweisen, dass ein Projekt die im Recht der Europäischen Union definierten Umweltziele nicht erheblich beeinträchtigt. In der Praxis können DNSH-bezogene Anforderungen auch Unterlagen umfassen, die die vorgesehene Energieeffizienz des Gebäudes und die Qualität seiner Ausführung belegen.
Zu diesen Unterlagen können ein Bericht über eine thermografische Untersuchung und ein Bericht über eine Luftdichtheitsprüfung des Gebäudes mit einem Blower-Door-Gerät gehören.
Gebäude mit mehr als 5.000 m²: Was sagt der BGK-Leitfaden für Investoren?
Die Bedeutung von Luftdichtheits- und thermischen Integritätsprüfungen wird im von der Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK) erstellten „DNSH-Leitfaden für Investoren“ behandelt.
Im Abschnitt über den Neubau beschreibt der Leitfaden zusätzliche Anforderungen für Gebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 5.000 m², wenn für ein Projekt ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz nachgewiesen werden muss.
Der Leitfaden führt aus:
Zusätzliche Anforderungen gelten für Gebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 5.000 m², wenn nachgewiesen werden muss, dass das Projekt einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
Bei Gebäuden mit mehr als 5.000 m² wird das errichtete Gebäude nach Fertigstellung auf Luftdichtheit und thermische Integrität geprüft. Investoren und Auftraggeber werden über Abweichungen von den in der Planung festgelegten Leistungswerten sowie über Mängel der Gebäudehülle informiert. Wurden während des Baus belastbare und nachvollziehbare Qualitätskontrollverfahren eingesetzt, können diese als Alternative zur Prüfung der thermischen Integrität anerkannt werden.
Der Leitfaden erläutert außerdem die Dokumentation der Prüfungen. Ein Bericht über die Luftdichtheitsprüfung dient als Nachweis der Gebäudedichtheit; ein thermografischer Untersuchungsbericht dokumentiert die thermische Integrität.
Für die Thermografie weist der BGK-Leitfaden darauf hin, dass eine umfassende Bewertung enthalten sollte:
- Analyse der technischen Gebäudedokumentation,
- thermografische Untersuchung,
- Dokumentation der Lage thermischer Mängel,
- Beschreibung und Auswertung der Bilder,
- Bericht und Schlussfolgerungen.
Die für die Übergabe neuer Gebäude mit mehr als 5.000 m² vorgesehene Dokumentenliste enthält unter anderem:
- einen Bericht über die Luftdichtheitsprüfung,
- einen Bericht über die thermografische Untersuchung.
Für den Investor bedeutet dies, dass Thermografie und Blower-Door-Prüfung bei Projekten, die diesen Kriterien unterliegen, mehr als optionale technische Kontrollen sein können. Sie können Teil der Dokumentation sein, mit der Ausführungsqualität und die Einhaltung der für das konkrete Projekt festgelegten Anforderungen nachgewiesen werden.
Die Prüfungen können außerdem helfen, den Zustand des fertiggestellten Gebäudes zu bewerten und Abweichungen von der geplanten Leistung oder Mängel der Gebäudehülle zu erkennen, die vor Abschluss der Übergabe behoben werden sollten.
Wichtig: Die im Leitfaden genannten Normen spiegeln den Rechts- und Normungsstand zum Zeitpunkt seiner Erstellung wider. Aktuelle Untersuchungen müssen anhand der Anforderungen des konkreten Projekts und der derzeit geltenden Normen geplant werden.
Benötigt jedes Gebäude mit mehr als 5.000 m² beide Prüfungen?
Die Schwelle von 5.000 m² ist nicht als allgemeine Pflicht zu verstehen, die automatisch für jeden Neubau in Polen gilt. Die Anforderung steht in einem definierten regulatorischen und projektbezogenen Zusammenhang. Für ein einzelnes Vorhaben können außerdem gesonderte technische, vertragliche oder programmspezifische Anforderungen gelten.
Der Leitfaden betrifft Projekte, bei denen die Einhaltung festgelegter Umweltkriterien nachgewiesen werden muss.
Vor der Beauftragung der Untersuchungen sollten geprüft werden:
- Unterlagen des jeweiligen Förderprogramms,
- geltende DNSH-Anforderungen,
- Zuschuss- oder Finanzierungsvertrag,
- Übergabebedingungen,
- Anforderungen der finanzierenden Institution,
- Anforderungen eines für das Projekt geltenden Zertifizierungssystems.
Thermografie und Luftdichtheitsprüfung sollten daher bereits bei der Planung der Übergabe berücksichtigt werden und nicht erst nach Abschluss sämtlicher Bauarbeiten.
Warum können Prüfungen bei der Übergabe wichtig sein?
Die Planungsunterlagen definieren die Leistung, die das Gebäude erreichen soll. Messungen am fertiggestellten Gebäude können zeigen, ob diese Annahmen im geprüften Umfang und unter den Bedingungen der Untersuchung umgesetzt wurden.
Bei einem großen Gebäude können selbst lokale Ausführungsmängel die Gebäudehülle und ihre Energieeffizienz beeinflussen.
Beispiele sind:
- Unterbrechungen in Dämmschichten,
- fehlerhaft ausgeführte Anschlüsse zwischen Bauteilen,
- Luftleckagen an Fenstern und Türen,
- unzureichend abgedichtete Leitungsdurchführungen,
- Bereiche mit erhöhtem Wärmeverlust,
- lokale Ausführungsmängel der Gebäudehülle.
Einige dieser Probleme sind bei einer üblichen Sichtprüfung nicht erkennbar.
Ein thermografischer Bericht und der Bericht über die Luftdichtheitsprüfung können daher im vereinbarten Umfang hilfreiche Nachweise über den Zustand der Gebäudehülle liefern.
Thermografie und Blower-Door-Prüfung als ergänzende Verfahren
Die Verbindung beider Methoden kann einen höheren diagnostischen Wert bieten als jede Methode für sich allein.
Eine Blower-Door-Prüfung bewertet die Luftdichtheit der Gebäudehülle. Eine thermografische Untersuchung kann thermische Auffälligkeiten und Bereiche anzeigen, die genauer geprüft werden sollten.
Unter geeigneten Messbedingungen kann Thermografie während einer Druckprüfung außerdem helfen, bestimmte Luftleckagen zu lokalisieren.
Der Investor erhält damit nicht nur das Messergebnis zur Luftdichtheit, sondern auch Material, das die Lokalisierung möglicher Ausführungsmängel unterstützen kann.
Das ist besonders vor der Übergabe hilfreich, solange Mängel noch behoben werden können, bevor das Gebäude regulär genutzt wird.
Der Bericht als Teil der Projektdokumentation
Wenn Untersuchungen als DNSH-Nachweis, für die Übergabe, ein Förderprogramm oder eine Zertifizierung beauftragt werden, müssen die Ergebnisse angemessen dokumentiert sein.
Der Bericht sollte Untersuchungsumfang, Messbedingungen, angewandtes Verfahren und erzielte Ergebnisse eindeutig beschreiben.
Abhängig vom vereinbarten Umfang kann die Dokumentation enthalten:
- Identifikation des Gebäudes,
- Messumfang,
- Bedingungen während der Untersuchung,
- Ergebnisse der Luftdichtheitsprüfung,
- Wärmebilder,
- festgestellte Auffälligkeiten,
- Bereiche mit Korrekturbedarf,
- Schlussfolgerungen und Empfehlungen für weitere Maßnahmen.
Ein sorgfältig erstellter Bericht kann als Projektnachweis und als praktisches Werkzeug für Investor, Generalunternehmer und die für Nachbesserungen zuständigen Teams dienen.
DNSH und öffentlich finanzierte Projekte
Der DNSH-Grundsatz gilt für viele Projekte, die über europäische Fonds und andere mit Umweltzielen verbundene Fördermechanismen finanziert werden.
Je nach Programm muss ein Investor möglicherweise nachweisen, dass bestimmte technische Kriterien erfüllt wurden.
Dies kann auch Projekte betreffen, die von Institutionen wie NCBR, BGK oder anderen für öffentliche beziehungsweise europäische Finanzierung zuständigen Stellen verwaltet werden.
Es bedeutet nicht, dass jedes aus einer bestimmten Quelle finanzierte Projekt exakt denselben Anforderungen unterliegt.
Die erforderlichen Unterlagen müssen anhand der Regeln des konkreten Förderaufrufs, des Finanzierungsvertrags und der Projektdokumentation geprüft werden.
Die Untersuchungen sollten deshalb früh genug geplant werden.
Eine frühe Planung erleichtert:
- die Wahl eines geeigneten Messtermins,
- geeignete Bedingungen für die Thermografie,
- die richtige Vorbereitung des Gebäudes auf die Luftdichtheitsprüfung,
- ausreichend Zeit zur Behebung festgestellter Mängel,
- eine Wiederholungsprüfung, falls erforderlich,
- die Fertigstellung der Unterlagen vor der endgültigen Projektabrechnung.
DNSH und BREEAM
Thermografische Untersuchungen und Luftdichtheitsprüfungen können auch bei Projekten eingesetzt werden, die nach BREEAM bewertet werden.
Ihre Bedeutung kann sich aus dem erforderlichen Nachweis der tatsächlichen Qualität der Gebäudehülle ergeben, darunter Kontinuität der Dämmung, Wärmebrücken und unkontrollierte Luftwege.
Welche Dokumentation verlangt wird, hängt von BREEAM-System und -Version, den gewählten Kriterien und den Vereinbarungen mit dem Assessor ab. Es darf nicht angenommen werden, dass jedes BREEAM-Projekt denselben Prüfumfang benötigt.
Dennoch ist es sinnvoll, Thermografie und Luftdichtheitsprüfung bei der Übergabeplanung zu berücksichtigen, da sie für den Nachweis ausgewählter Zertifizierungskriterien erforderlich sein können.
Prüfungen dienen nicht nur den Unterlagen
Formale Anforderungen sind wichtig. Thermografie und Blower-Door-Prüfung auf eine reine Dokumentationspflicht zu reduzieren, würde jedoch ihren praktischen Zweck verfehlen.
Die Untersuchungen können Probleme erkennen, die nach Inbetriebnahme des Gebäudes beitragen könnten zu:
- höherem Heiz- oder Kühlbedarf,
- geringerem Nutzerkomfort,
- fehlerhaftem Betrieb von HLK-Anlagen,
- lokal kalten Bereichen der Gebäudehülle, darunter Wärmebrücken, die bei bestimmten Innenbedingungen Oberflächenkondensation und Schimmelbildung begünstigen können,
- Auswirkungen von Luftleckagen wie lokalen Ablagerungen oder feuchtebedingten Problemen,
- aufwendigeren Reparaturen in einem bereits genutzten Gebäude.
Wird ein Problem vor der Übergabe erkannt, können Nachbesserungen einfacher sein, solange die betreffenden Bauteile zugänglich und die ausführenden Teams noch im Projekt tätig sind.
Wann sollten die Untersuchungen stattfinden?
Wenn Thermografie und Luftdichtheitsprüfung DNSH-Unterlagen, Projektübergabe, Förderprogramm oder BREEAM-Zertifizierung unterstützen sollen, dürfen sie nicht bis zum allerletzten Bauabschnitt aufgeschoben werden.
Die Terminplanung muss sowohl den Fertigstellungsgrad als auch die Bedingungen berücksichtigen, die für aussagekräftige Ergebnisse erforderlich sind.
Eine frühe Planung lässt außerdem Zeit für:
- Auswertung der Ergebnisse,
- Identifikation reparaturbedürftiger Bereiche,
- Ausführung von Korrekturarbeiten,
- Wiederholungsmessung nach der Mängelbeseitigung,
- Erstellung der Berichte für die Projektdokumentation.
Die Untersuchung wird so zu einem Teil der Qualitätskontrolle und nicht zu einer Maßnahme, die lediglich einen fehlenden Anhang liefern soll.
TERMOCENT: Thermografie und Blower-Door-Prüfung für DNSH, Übergabe und Zertifizierung
TERMOCENT führt thermografische Untersuchungen und Luftdichtheitsprüfungen von Gebäuden durch und erstellt Messunterlagen für den vereinbarten Umfang.
Die Untersuchungen können beauftragt werden:
- zur Übergabe neuer Gebäude,
- als Teil der Unterlagen für ausgewählte Projekte mit DNSH-Kriterien,
- für Projekte mit öffentlicher oder europäischer Finanzierung,
- für Projekte, die Nachweise definierter Energieeffizienzparameter benötigen,
- zur Unterstützung ausgewählter Anforderungen von Zertifizierungssystemen einschließlich BREEAM,
- als Bestandteil der Qualitätskontrolle der Gebäudehülle,
- vor Projektabschluss und -abrechnung.
Jedes Projekt wird einzeln geprüft, weil erforderliche Untersuchungen und Unterlagen von Programm, Anforderungen des Investors und Messzweck abhängen.
Wenn Ihr Projekt einen thermografischen Bericht, eine Blower-Door-Luftdichtheitsprüfung oder Unterlagen zu DNSH-Kriterien benötigt, planen Sie die Messungen frühzeitig in das Übergabeprogramm ein.
Kontakt:
TERMOCENT
Tel. +48 530 105 398
E-Mail: biuro@termocent.pl
Die Planung definiert, welche Leistung ein Gebäude erreichen soll. Messungen helfen zu prüfen, ob es diese Leistung in der Praxis erreicht hat.
Quellen und Referenzmaterial:
- Bank Gospodarstwa Krajowego, „DNSH-Leitfaden für Investoren“.
- Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates.
- Technische Unterlagen und Anforderungen des konkreten Förderprogramms oder der BREEAM-Zertifizierung.

