Unternehmen mit hohen elektrischen Lasten prüfen häufig ihren Blindenergiebezug, wenn sie vermeidbare Netzentgelte und eine ineffiziente Nutzung der Anschlusskapazität untersuchen. Blindleistung ist ein notwendiger Bestandteil vieler Wechselstromsysteme. Eine zu hohe oder schlecht geregelte Blindenergie kann jedoch den Stromfluss erhöhen und nach dem geltenden Tarif und Liefervertrag zusätzliche Kosten verursachen.
Mit einer Blindleistungskompensation wird dieses Verhältnis geregelt. Ihre wirtschaftliche Wirkung muss anhand tatsächlicher Messungen, Rechnungen, des aktuellen Netzbetreibertarifs und der Eigenschaften der Anlage berechnet werden.
Was ist Blindleistung?
In Wechselstromsystemen werden üblicherweise drei Leistungsgrößen unterschieden:
- Wirkleistung (P) — Leistung, die in nutzbare Arbeit oder Energie umgesetzt wird, etwa zum Antrieb von Maschinen,
- Blindleistung (Q) — Leistung, die mit elektrischen und magnetischen Feldern in Betriebsmitteln verbunden ist,
- Scheinleistung (S) — die gemeinsame Auswirkung von Wirk- und Blindleistung auf das elektrische System.
Blindleistung ist nicht einfach „verschwendete Energie“. Sie ist für den Betrieb vieler Motoren, Transformatoren, Netzteile und anderer Verbraucher erforderlich. Problematisch wird sie, wenn das Blindenergieprofil vertragliche oder tarifliche Bedingungen überschreitet oder die Anlage unnötig belastet.
Warum wird Blindleistung kompensiert?
Ein zu hoher Blindleistungsanteil kann beitragen zu:
- höherem Strom bei gleichem Wirkleistungsbedarf,
- zusätzlicher Belastung von Kabeln, Transformatoren und Schaltanlagen,
- größeren Netzverlusten,
- geringerer verfügbarer Kapazität in Teilen der Anlage,
- Blindenergieentgelten, sofern Tarif und Vertrag diese vorsehen.
In Polen richtet sich die Abrechnung von Blindenergie nach den geltenden Vorschriften, dem genehmigten Tarif des Verteilnetzbetreibers und dem Vertrag des Kunden. Unter den dort festgelegten Bedingungen können Entgelte für überschüssige induktive Blindenergie und für kapazitive Blindenergie anfallen. Maßgeblich ist die aktuelle Rechnung; allgemeine Annahmen reichen nicht aus.
Wie funktioniert die Blindleistungskompensation?
Das Kompensationssystem wird passend zur Blindleistungscharakteristik der Anlage ausgewählt:
- Kondensatorbänke werden üblicherweise zur Kompensation induktiver Lasten eingesetzt,
- Drosseln können verwendet werden, wenn kapazitive Blindleistung geregelt werden muss.
Bei der Planung können außerdem Lastschwankungen, Oberschwingungen, Schaltstufen, Resonanzrisiken und der Einbauort der Kompensation berücksichtigt werden müssen. Ein falsch ausgewähltes System kann überkompensieren oder ungünstig mit der Anlage wechselwirken.
Abbildung 1. Kondensatorbank.
Abbildung 2. Kondensator- und Drosselbank.
Wie läuft die Umsetzung ab?
Die Auswahl eines Kompensationssystems erfordert üblicherweise:
- Messungen und Analyse von Art, Höhe und Schwankungen der Blindleistung,
- Prüfung von Rechnungen, Liefervertrag und aktuellem Tarif,
- Auswahl eines zu Lasten und technischen Randbedingungen passenden Kompensationsverfahrens,
- Berechnung der erforderlichen Leistung und Schaltstufen,
- gegebenenfalls Bewertung von Oberschwingungen und Resonanzrisiko,
- Planung, Umsetzung und Kontrolle nach der Installation.
Wie werden Blindenergieentgelte berechnet?
Die Höhe des Entgelts hängt unter anderem ab von:
- den Liefer- und Verteilverträgen des Kunden,
- Tarifgruppe und genehmigtem Tarif des Netzbetreibers,
- gemessener Wirk- und Blindenergie im Abrechnungszeitraum,
- vertraglichem Grenzwert des Leistungsfaktors,
- Preis und Multiplikator nach den aktuellen Abrechnungsregeln.
Die polnische Tarifverordnung definiert Abrechnungsgrundsätze und Formeln. Die tatsächlich anzuwendenden Parameter und Preise müssen jedoch dem aktuellen Tarif und Vertrag entnommen werden. Die nachfolgende Abbildung bleibt als Beispiel aus dem Ausgangsartikel erhalten; bei einer Analyse muss sie anhand der zu diesem Zeitpunkt geltenden Regelversion geprüft werden.
Für welche Objekte kann eine Analyse sinnvoll sein?
Eine Blindleistungsanalyse ist häufig relevant für:
- Produktionsbetriebe,
- Einkaufszentren,
- Bürogebäude und große Dienstleistungsobjekte,
- Anlagen mit umfangreicher HLK-Technik, Automatisierung, Leistungselektronik oder dezentraler Erzeugung.
Ob die Kompensation technisch und wirtschaftlich gerechtfertigt ist, hängt vom gemessenen Lastprofil und den aktuellen Abrechnungsbedingungen ab.
Mögliche Vorteile einer richtig ausgewählten Kompensation
Je nach Anlage können dazu gehören:
- geringere Blindenergieentgelte,
- niedrigerer Strom und geringere Verluste in Teilen der Anlage,
- Freisetzung nutzbarer Kapazität,
- bessere Regelung des Leistungsfaktors.
Diese Ergebnisse treten nicht automatisch ein. Sie hängen von richtiger Messung, Planung, Einstellung und anschließender Kontrolle ab.
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Wir führen außerdem Luftdichtheitsprüfungen und thermografische Untersuchungen der Gebäudehülle durch. Jede Dienstleistung behandelt einen anderen Teil der technischen und energetischen Leistung eines Gebäudes und sollte passend zur konkreten Fragestellung gewählt werden.
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