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Die Energieeffizienz ist nur ein Teil der Gebäudebewertung. WELL und Fitwel konzentrieren sich auf Bedingungen und Strategien, die Gesundheit und Wohlbefinden der Nutzer beeinflussen. Beide Systeme können die Nachhaltigkeits- oder ESG-Arbeit einer Organisation unterstützen, sind jedoch eigenständige Zertifizierungssysteme mit unterschiedlichen Bewertungskatalogen, Nachweisen und Prüfverfahren.

Was sind WELL und Fitwel?

WELL wird vom International WELL Building Institute (IWBI) verwaltet. WELL v2 bewertet Projekte anhand von zehn Konzepten: Air, Water, Nourishment, Light, Movement, Thermal Comfort, Sound, Materials, Mind und Community. Das System verbindet verpflichtende Preconditions mit optionalen Optimizations und nutzt Dokumente sowie — bei den entsprechenden Merkmalen — Leistungsmessungen.

Fitwel ist ein vom Center for Active Design betriebenes Zertifizierungssystem für gesunde Gebäude. Es bietet Bewertungskataloge für unterschiedliche Gebäude- und Standorttypen, darunter Arbeitsstätten, Wohngebäude, Einzelhandel, Seniorenwohnen und Quartiere. Projektteams wählen den Bewertungskatalog und die Zertifizierungsart passend zum Objekt und zu dessen Entwicklungsphase.

Die beiden Systeme sind nicht austauschbar. Bevor Messungen oder Dokumente geplant werden, muss das Projektteam den genauen Zertifizierungsweg, den Bewertungskatalog und die aktuelle Standardversion bestimmen.

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Was bewertet WELL v2?

Die zehn Konzepte von WELL v2 ordnen Anforderungen und optionale Strategien für Innenraum, Gebäudebetrieb und Nutzererfahrung:

  • Air — Innenraumluftqualität, Lüftung und Maßnahmen zur Quellenkontrolle;
  • Water — Trinkwasserqualität und Wassermanagement;
  • Nourishment — Zugang zu Lebensmitteln und Informationen zur Auswahl;
  • Light — visuelle Lichtbedingungen und Unterstützung des zirkadianen Rhythmus;
  • Movement — Gestaltung und Richtlinien, die körperliche Aktivität fördern;
  • Thermal Comfort — thermische Bedingungen und deren Steuerung;
  • Sound — akustische Bedingungen und Lärmschutz;
  • Materials — Umgang mit materialbedingten Expositionsrisiken;
  • Mind — Richtlinien und Räume zur Unterstützung des psychischen Wohlbefindens;
  • Community — Inklusion, Zugang, Beteiligung und organisatorische Richtlinien.

WELL v2 bietet Möglichkeiten für Innovation. „Innovation“ ersetzt in der Liste der zehn Konzepte jedoch nicht „Community“. Die anzuwendenden Anforderungen und Punkteregeln sollten stets im aktuellen Bewertungskatalog des Projekts geprüft werden.

Wie läuft die WELL-Zertifizierung ab?

Ein WELL-Projekt wird über die Onlineplattform des Programms registriert und verwaltet. Das Team legt Projektgrenze und Zertifizierungsweg fest, bereitet die Dokumentation vor und setzt die ausgewählten Features um. Die Zertifizierungsprüfung kann sowohl eine Dokumentenprüfung als auch eine Performance Verification für Merkmale umfassen, die Vor-Ort-Messungen erfordern.

  1. Anwendbaren WELL-Zertifizierungsweg auswählen und das Projekt registrieren.
  2. Verantwortlichkeiten und erforderliche Nachweise für die gewählten Features festlegen.
  3. Planerische, betriebliche und organisatorische Maßnahmen umsetzen.
  4. Dokumente einreichen und erforderliche Leistungsmessungen durchführen.
  5. Prüfanmerkungen beantworten und die abschließende Zertifizierungsentscheidung erhalten.

Abhängig von den gewählten Features kann die Performance Verification unter anderem Luft, Wasser, Beleuchtung sowie thermische und akustische Bedingungen betreffen. Eine allgemeine thermografische Untersuchung ist für sich genommen weder ein WELL-Vor-Ort-Audit noch ein Nachweis dafür, dass das Projekt die WELL-Anforderungen erfüllt. Anforderungen an eine Rezertifizierung sind anhand der aktuellen Programmregeln und des Zertifizierungswegs des Projekts zu prüfen.

Wie funktioniert die Fitwel-Zertifizierung?

Fitwel verwendet projektspezifische Bewertungskataloge und ein dokumentengestütztes Einreichungsverfahren. Jede Strategie beschreibt ihre gesundheitliche Wirkung, den Konformitätsweg, die erreichbaren Punkte und die erforderlichen Nachweise. Das Zertifizierungsteam prüft die eingereichten Unterlagen, formuliert Anmerkungen, ermöglicht dem Projektteam eine Stellungnahme und schließt danach die Bewertung ab.

  1. Projekt registrieren und den richtigen Bewertungskatalog sowie die Zertifizierungsart auswählen.
  2. Projekt anhand der verfügbaren Strategien bewerten.
  3. Erforderliche Unterlagen für die verfolgten Strategien hochladen.
  4. Auf Anmerkungen des Zertifizierungsteams reagieren.
  5. Endgültige Punktzahl und gegebenenfalls die Star Rating erhalten.

Anzahl der Strategien und erreichbare Punktzahl hängen vom aktuellen Bewertungskatalog ab. Die historischen Angaben im polnischen Ausgangsartikel — zwölf Gruppen, mehr als sechzig Themen und eine feste Mindestpunktzahl von 90 aus 140 — werden deshalb nicht als allgemeingültige aktuelle Regeln dargestellt.

Wo können technische Messungen ein Projekt unterstützen?

Technische Messungen können einen Teil der Nachweise für ausgewählte Features oder Strategien liefern. Je nach Projekt kann der Umfang Innenraumluftqualität, Akustikmessungen, Beleuchtung oder thermische Bedingungen umfassen. Zertifizierungsassessor oder Projektberater sollten vor der Beauftragung die genaue Methode, Stichprobenplanung, Dokumentation und den Zeitpunkt bestätigen.

Eine Zertifizierung kann dabei helfen, Maßnahmen für das Wohlbefinden der Nutzer zu strukturieren und nachzuweisen. Sie garantiert jedoch nicht automatisch einen höheren Immobilienwert, mehr Produktivität oder geringere Betriebskosten. Diese Ergebnisse hängen vom Projekt sowie von Umsetzung und dauerhaftem Betrieb der Maßnahmen ab.


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