Nachhaltigkeitskriterien spielen im Wohnungsbau eine zunehmend sichtbare Rolle. Investoren und Projektentwickler bewerten nicht nur Gestaltung und Funktionalität, sondern auch Energieeinsatz, Ressourcenmanagement, Innenraumqualität und die Auswirkungen eines Projekts auf seine Umgebung.
ZIELONY DOM ist ein polnisches multikriterielles Zertifizierungssystem, das vom Polish Green Building Council (PLGBC) für Wohnprojekte entwickelt wurde.
Was ist das PLGBC-Zertifikat ZIELONY DOM?
Das System wird vom Polish Green Building Council (PLGBC) betrieben. Es richtet sich vor allem an Wohnungsbauprojekte und kann auf Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhaussiedlungen und zur Vermietung errichtete Wohnhäuser angewendet werden.
PLGBC empfiehlt, die Zertifizierung bereits in einer frühen Planungsphase zu berücksichtigen. Dadurch kann das Projektteam Kriterien auswählen, Nachweise planen und Umwelt- sowie Energiemaßnahmen integrieren, bevor wesentliche Planungsentscheidungen feststehen.
Ein akkreditierter ZIELONY-DOM-Auditor arbeitet mit Investor und Projektteam zusammen. Der Auditor bereitet die Nachweise vor und reicht sie ein; PLGBC prüft die Unterlagen und entscheidet über eine Vorzertifizierung oder die endgültige Zertifizierung auf der jeweils erreichten Stufe.
Was soll die Zertifizierung bewerten?
ZIELONY DOM soll Wohnprojekte auszeichnen, die Umweltqualität und Energieeffizienz in einem multikriteriellen Verfahren berücksichtigen. Abhängig von den für das Projekt gewählten Kriterien können das Gebäude, seine Planung und Ausführung sowie die Gestaltung des umgebenden Grundstücks bewertet werden.
Das Verfahren kann dem Investor helfen, Anforderungen und Nachweise über Planung, Bau und Fertigstellung hinweg zu ordnen. Eine Zertifizierung bedeutet nicht, dass jedes aufgeführte Merkmal nachhaltigen Bauens in jedem Projekt vorhanden ist. Der tatsächliche Umfang richtet sich nach den aktuellen Systemregeln und den für das Vorhaben vereinbarten Kriterien.
Von ZIELONY DOM berücksichtigte Bereiche
Die aktuellen öffentlichen Informationen des PLGBC nennen unter anderem:
- Energieeffizienz — Lösungen zur Optimierung des Energieverbrauchs.
- Materialien — Materialqualität sowie Umwelt- und Innenraumgesundheitsaspekte der Produktauswahl.
- Wasser — effizienter Wassereinsatz und Maßnahmen wie Regenwassermanagement.
- Innenraumqualität — Themen wie Lüftung, Raumluft, Akustik und Tageslicht.
- Barrierefreiheit — Einrichtungen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
- Standort und Umgebung — Zugang zu Angeboten, Freiraumgestaltung, Biodiversität und die Einbindung des Projekts in seinen Standort.
- Projektprozess und zusätzliche Maßnahmen — Dokumentation, Zusammenarbeit und projektspezifische Lösungen nach den aktuellen Kriterien.
Die genaue Bewertung, Pflichtkriterien und Zertifizierungsstufen können sich zwischen Systemversionen ändern. Sie sollten deshalb im aktuellen PLGBC-Handbuch und in der Zertifizierungsvereinbarung geprüft und nicht aus einer früheren Punktetabelle übernommen werden.
Wie läuft die Zertifizierung ab?
Der von PLGBC veröffentlichte Prozess umfasst:
- Erste Projektprüfung anhand von Standort, Planung, Umgebung, Ausstattung und Energiekriterien.
- Projektregistrierung bei PLGBC.
- Beauftragung eines akkreditierten Auditors und Auswahl der Kriterien für das angestrebte Ergebnis.
- Zertifizierungsvereinbarung und Prüfung zur Vorzertifizierung, sofern diese Stufe genutzt wird.
- Unterstützung durch den Auditor und Nachweismanagement während Planung und Bau.
- Abschließende Einreichung und Prüfung durch PLGBC, gefolgt von Zertifizierungsentscheidung und Ergebnisübersicht.
Der akkreditierte Auditor wird vom Investor separat beauftragt. Aktuelle Gebühren, Kriterien, Stufen und Nachweisanforderungen sind für das konkrete Projekt direkt mit PLGBC zu klären.
Was kann die Zertifizierung bieten?
Für Investoren oder Projektentwickler bietet eine Zertifizierung ein strukturiertes und unabhängig geprüftes Verfahren, um die im Projekt umgesetzten Maßnahmen für nachhaltiges Bauen darzustellen. Sie kann außerdem helfen, Nachweise für Banken, Käufer und andere Beteiligte zu ordnen, sofern diese das System anerkennen.
Für Bewohner können sich die ausgewählten Kriterien auf Energieverbrauch, Wasser, Akustik, Luftqualität, Tageslicht, Barrierefreiheit und die Umgebung beziehen. Tatsächliche Betriebskosten, Komfort und Marktwert hängen dennoch von Planung, Ausführung, Inbetriebnahme und Nutzung des Gebäudes ab. Das Zertifikat sollte nicht als allgemeine Garantie für diese Ergebnisse dargestellt werden.
Für die Umwelt kann das Verfahren einen geringeren Ressourceneinsatz und reduzierte Auswirkungen unterstützen, sofern die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt werden und wie vorgesehen funktionieren.
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