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Die DGNB-Zertifizierung ist ein Bewertungssystem für Gebäude, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen entwickelt wurde. Die 2007 gegründete gemeinnützige Organisation stellt Zertifizierungssysteme für unterschiedliche Gebäudetypen und Phasen des Immobilienlebenszyklus bereit.

Welche Anforderungen gelten, hängt vom Projekt ab: Neubau, Sanierung, Gebäude im Betrieb, Innenräume, Quartiere und andere Systeme können jeweils unterschiedliche Kriterienkataloge und Versionen verwenden. Deshalb sollte für jedes Projekt das genaue DGNB-System festgelegt werden, bevor einzelne Kriterien, Gewichtungen oder Grenzwerte zugrunde gelegt werden.

Was bewertet die DGNB-Zertifizierung?

Der DGNB-Ansatz bewertet das Gebäude als Ganzes, statt ein Zertifikat für ein einzelnes Produkt oder eine isolierte Maßnahme zu vergeben. Im aktuellen System für Neubauten sind die Kriterien in sechs Themenfelder gegliedert:

  • ökologische Qualität;
  • ökonomische Qualität;
  • soziokulturelle und funktionale Qualität;
  • technische Qualität;
  • Prozessqualität;
  • Standortqualität.

Im aktuellen DGNB-System Neubau gehen die ökologische, ökonomische sowie soziokulturelle und funktionale Qualität mit jeweils 25 % in die Gesamtbewertung ein. Technische Qualität und Prozessqualität werden mit jeweils 10 % gewichtet, die Standortqualität mit 5 %. Andere DGNB-Systeme und frühere Versionen können abweichende Kriterien und Gewichtungen verwenden.

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Kriterien, Mindestanforderungen und Systemversionen

DGNB-Kriterien behandeln unter anderem Umweltwirkungen über den Lebenszyklus, Ressourcennutzung, langfristige Wirtschaftlichkeit, Anpassungsfähigkeit, Innenraumqualität, Komfort, Qualität der Gebäudehülle, Bauprozesse und die Erreichbarkeit des Standorts. Welche Nachweise im Einzelnen erforderlich sind, richtet sich nach dem gewählten System und seiner Version.

Einige aktuelle Systeme enthalten Mindestanforderungen, die zusätzlich zur Gesamtpunktzahl erfüllt werden müssen. Messungen der Innenraumluftqualität gehören beispielsweise bei relevanten Gebäudetypen zu den Mindestanforderungen des aktuellen Neubausystems. Messverfahren und Grenzwerte sind dem Kriterienkatalog zu entnehmen, unter dem das Projekt registriert wurde. Historische VOC- oder Formaldehydwerte sollten nicht ungeprüft in einen neuen Projektbrief übernommen werden.

Wie läuft die DGNB-Zertifizierung ab?

Ein DGNB-Auditor unterstützt das Projektteam, koordiniert die Nachweise und reicht die Dokumentation bei der Zertifizierungsstelle ein. Ein früher Start erleichtert es, die relevanten Ziele in Planung, Beschaffung, Bau und Inbetriebnahme einzubeziehen.

  1. Projektgrenze festlegen und das anzuwendende DGNB-System samt Version auswählen.
  2. Projekt registrieren und die erforderliche DGNB-Fachperson beauftragen.
  3. Kriterien, Mindestanforderungen und Nachweisplanung prüfen.
  4. Berechnungen, Produktinformationen, Inbetriebnahmeunterlagen und Messergebnisse zusammenstellen.
  5. Nachweise zur unabhängigen Konformitätsprüfung einreichen.
  6. Prüfanmerkungen bearbeiten und die Zertifizierungsentscheidung erhalten.

Messungen wie Akustikmessungen, Luftdichtheitsprüfungen und Messungen der Innenraumluftqualität können Nachweise für ausgewählte Kriterien liefern. Umfang, Zeitpunkt und Berichtsformat sollten mit dem DGNB-Auditor anhand des registrierten Kriterienkatalogs abgestimmt werden.

DGNB-Auszeichnungsstufen

Im aktuellen DGNB-System Neubau liegen die veröffentlichten Gesamtschwellen bei 50 % für Silber, 65 % für Gold und 80 % für Platin. Zusätzlich gelten Mindestwerte in zentralen Themenfeldern: 35 % für Silber, 50 % für Gold und 65 % für Platin. Bronze ist keine Auszeichnungsstufe für Neubauten; diese Stufe steht nur in ausgewählten Systemen für Bestandsgebäude oder Gebäude im Betrieb zur Verfügung.

Diese Schwellenwerte sollten nicht automatisch auf jedes DGNB-System übertragen werden. Maßgeblich bleibt die Version, unter der das konkrete Projekt registriert ist.

Was weist das Zertifikat nach?

Ein DGNB-Zertifikat liefert einen unabhängigen Nachweis über die Stufe, die nach einem definierten System und einer bestimmten Version erreicht wurde. Es kann Projektsteuerung, Qualitätssicherung und Kommunikation mit Investoren, Mietern oder anderen Beteiligten unterstützen. Für sich genommen garantiert es weder einen bestimmten Verkaufspreis oder Mietertrag noch eine Senkung der Betriebskosten.

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